Der Labormarkt in Deutschland war in den letzten Jahren durch Konzentrationsprozesse bei anhaltendem Marktwachstum geprägt. Eine neue Markstruktur mit wenigen Großunternehmen, aber immer noch einer großen Zahl kleinerer Regionallabore entwickelt sich. Treiber für die Veränderungsprozesse sind technischer Fortschritt, zunehmende Industrialisierung von Prozessen, steigende Nachfrage und in Märkten wie Deutschland auch nach wie vor Privatisierungen im Gesundheitsbereich. Kostendruck, Effizienzsteigerung, Automatisierung und neue Technologien haben in der Branche zu steigenden Arbeitsanforderungen und veränderten Qualifikationsanforderungen geführt. Größerer Arbeitsdruck und zunehmend belastende Arbeitsbedingungen sind die Folge.
Ermöglicht wurden solche Wachstumsprozesse auch dadurch, dass vor allem im medizinischen Bereich eine starke Privatisierung von Laboren stattgefunden hat. Immer mehr Kliniken werten Blut- und Gewebeproben nicht mehr selbst aus, sondern vergeben diese Leistungen an private Dienstleister. Weltweit wächst die Nutzung von medizinischen Laborleistungen, vorangetrieben durch eine alternde Gesellschaft und verstärktes Aufkommen von Wohlstandskrankheiten wie Übergewicht, aber auch durch neue Technologien oder die schnelle Verbreitung von Krankheiten oder Epidemien wie z. B. COVID-19.
Für die Zukunft wird davon ausgegangen, dass sich die Marktkonsolidierung durch die großen Betreiberketten
weiterhin – aber in langsamerem Maße – fortsetzen wird und sich zudem je nach Region durch den
Zusammenschluss von bereits bestehenden großen Laboreinheiten (Universitätskliniken, Maximalversorger,
große Fachlabore) hochmoderne „Megalabore“ etablieren werden.
[vgl. Schöneberg, K. / Wilke, P. / Klotz, S. / Venzke, O. / Wulff, M. (2016): Branchenanalyse Laboranalytik. Wirtschaftliche Trends, Beschäftigungs-entwicklung, Arbeits- und Gehaltsbedingungen. Hans-Böckler-Stiftung: Düsseldorf.]